Berichte

Politische Echokammer

In Deutschland möchte ein großer Teil der Politiker mit allen Mitteln eine Pflicht zu Impfungen gegen Corona durchsetzen, weil man glaubt, dass nur durch die Impfung Menschenleben gerettet und und zudem wieder ein “normales” Leben möglich sein wird. Es wirkt ein wenig grotesk. So wurden beispielsweise im Zuge der Infektionsschutzmaßnahmen auch Einschränkungen für den Zutritt von Baumärkten erlassen, ohne zu erforschen oder gar zu beweisen, dass in Baumärkten tatsächlich eine hohe Infektionsgefahr besteht. Wie sich nun gezeigt hat, ist das Infektionsgeschehen in Baumärkten offensichtlich vernachlässigbar. Die Schließung ist damit auf eine Fehleinschätzung der verantwortlichen Politiker zurückzuführen. An dieser Stelle hätte es also ohne die Fehleinschätzung durch die Politik keine derart harten Maßnahmen geben müssen. Die wirtschaftlichen Schäden sind damit im Wesentlichen auf die unnötigen Maßnahmen zurückzuführen und nicht auf Corona. Dies ist ein Beispiel für Schäden die durch eine fehlerhafte Corona-Politik entstanden sind. Diese durch fragwürdige politischen Entscheidungen entstanden Schäden werden nun aber als Begründung für die Notwendigkeit eines Impfzwanges gegen Corona herangezogen.

Das selbst gelegte Feuer löschen

Dies erinnert mich an einen Hilfsausbilder zu meiner Zeit bei der Bundeswehr, der zur Überprüfung von Staubablagerungen auf der Deckenlampe, die bei der Stubenreinigung übersehenen wurden, mit seinen schmutzigen Stiefeln auf den Tisch gestiegen ist und dann nach dem herunterklettern festgestellt hat, dass der Tisch ja dreckig ist und wir ihn nachzureinigen hätten. Der Hilfsausbilder hatte das Problem damals also zunächst selbst erzeugt, um dann eine Rüge auszusprechen. Der Hilfsausbilder hatte keinen hohen Rang, er hatte jedoch die ihm zugestandene Macht und die Möglichkeit andere Menschen herumzukommandieren sehr genossen.
Im Nachhinein kann ich über diese Geschichte schmunzeln. Es ist jedoch erschreckend zu sehen, dass auch in der hohen Politik Menschen sind, die ihre Macht offensichtlich sehr genießen und Maßnahmen erzwingen wollen, mit denen Schäden bekämpft werden sollen, die erst durch Fehlentscheidungen eben dieser Politiker entstanden sein könnten. So wie der Tisch nicht dreckig geworden wäre, wenn der Hilfsausbilder nicht darauf herumgelaufen wäre, so wären auch die wirtschaftlichen Einschränkungen zumindest geringer, wenn man bei der Anordnung von Zugangsbeschränkungen für Läden differenzierter vorgegangen wäre.
Politiker löschen manchmal das Feuer, das sie selbst gelegt haben und stellen sich damit als Retter dar. Dabei blenden sie den durch die Löscharbeiten drohenden Wasserschaden vollkommen aus.

Echokammer

Die als Lösung angesehenen Impfstoffe werden von den Abgeordneten als gut verträgliche, sicher und hochwirksam angesehen. Bei diesen Erkenntnissen stützen die Politiker sich im Entwurf des Gesetzestextes auf Aussagen verschiedener Wissenschaftler. Die Politiker werden durch die Wissenschaftler in ihren Annahmen bestätigt. Allerdings stellt sich die Frage nach der Objektivität. Es könnte ja sein, dass Politiker und Wissenschaftler sich in einer Art selbst geschaffenen Echokammer befinden, weil hauptsächlich die Wissenschaftler angehört werden, welche die von der Politik vorgesehenen Maßnahmen kritiklos unterstützen. Zur Wissenschaft gehört es üblicherweise, dass auch kritische Ansichten diskutiert werden. Diese können im Diskurs widerlegt oder aber bestätigt werden. Im Rahmen der Corona-Politik kommt es jedoch immer wieder vor, dass kritische Ansichten nicht zur Diskussion zugelassen werden.
So wurde beispielsweise Stephan Kohn, ein Beamter im Bundesinnenministerium, entlassen, nachdem er auf die mangelhafte Gefahrenanalyse in die daraus resultierende Gefahr für Fehlentscheidungen hingewiesen hat. Seine Bedenken wurden als eine belanglose Privatmeinung abgetan und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Auch Andreas Schöfbeck, Vorstand der Krankenkasse BKK Provita wurde entlassen, nachdem er Befürchtungen zu einer möglichen Untererfassung von Impfschäden veröffentlicht und darum gebeten hat, dem Verdacht durch weitere Untersuchungen nachzugehen. Das Paul-Ehrlich-Institut kann die Daten nach eigener Aussage nicht beurteilen, wie der Bayerische Rundfunk weiter berichtete, “da das Institut bislang keinen Zugang zu den Originaldaten hat und ihm außerdem keine Informationen zur Auswertungsmethode vorliegen”. Der Virchowbund, der niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vertritt, kritisierte gar in ungewöhnlicher Schärfe die “Schwurbel-BKK” und rückt Schöfbeck damit in die Nähe von Querdenkern. Ähnlich sieht man es auch bei der Tagesschau.

Ob die von Herrn Kohn oder Herrn Schöfbeck geäußerte Kritik ganz oder zumindest teilweise tatsächlich den Tatsachen entspricht oder haltlos ist, soll hier nicht beurteilt werden. Von Bedeutung ist hier in erster Linie der Umgang mit Menschen, die der vorherrschenden politischen Meinung widersprechen. Noch bevor eine Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Daten stattfand, wurden die Betroffenen bereits mit harten Sanktionen belegt.
Don’t kill the messenger. Töte nicht den Boten … auch wenn er schlechte Nachrichten überbringt. Das besagt ein altes Sprichwort. Genau dies wurde im übertragenen Sinne aber in beiden Fällen getan. Den Boten zu bestrafen, ist ein deutliches Zeichen für eine gewisse Hilf- und Planlosigkeit und wirft kein gutes Licht auf Politik und Wissenschaft.
Gefährlich dabei ist auch, dass mit einem solchen Vorgehen automatisch auch Exempel statuiert werden. Bestrafe einen, erziehe hunderte. Welcher Wissenschaftler kann sich trauen, kritische Gedanken zu äußern, wenn er damit rechnen muss, dass sein berufliches und privates Leben zerstört wird? Selbst wenn er tatsächlich richtig liegt und hieb- und stichfeste Beweise liefert muss er damit rechnen, dass auf seine Argumente nicht eingegangen wird und er zudem durch die Medien mit so viel Schmutz beworfen wird, dass er sich nirgendwo mehr blicken lassen kann. Hinzu kommt, dass einige Wissenschaftler in Behörden arbeiten und damit der Politik gegenüber weisungsgebunden sind.
In einem solchen Umfeld kann es keine echten wissenschaftlichen Diskussionen geben. Echte Wissenshaft lässt auch kritische Stimmen zu und nutzt Kritik, um die eigenen Thesen durch Widerlegen der kritischen Ansichten weiter zu untermauern.

Moralische Verantwortung

Es ist also damit zu rechnen, dass die Politiker wie in einer Echokammer nur von Wissenschaftlern beraten werden, welche die vorherrschenden Grundannahmen und Überzeugungen bestätigen. Die Politiker können somit jede beliebige Maßnahme beschließen und ihr Gewissen dann damit beruhigen, dass sie stets im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen handeln.
Im Gegensatz zu kritischen Wissenschaftlern werden Politiker nicht mit ersten Konsequenzen rechnen müssen, selbst dann, wenn sie falsche Entscheidungen treffen und damit viel Schaden anrichten. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht fundiert begründet waren oder dass eine möglicherweise erzwungene Impfung doch größere Schäden hervorruft, als bislang angenommen, dann werden die verantwortlichen Politiker vermutlich keine Sanktionen fürchten müssen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Politiker dennoch die moralische Verantwortung für ihr Handeln tragen und eine schwere Schuld auf sich laden würden, wenn sie aufgrund unzulänglicher Beratungen falsche Entscheidungen treffen. Es ist Aufgabe der Politik ein Umfeld zu schaffen, in dem Wissenschaftler nicht dazu da sind Freifahrtscheine für Politiker auszustellen sondern echte Erkenntnisse zu gewinnen und Wissen zu schaffen.