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Bargeldabschaffung? Wer nichts tut, macht mit!

Die Schäden, die die Sprengung eines Geldautomaten in Berlin am 19. September in der Postbankfiliale an der Prenzlauer Allee verursacht hat, seien derart schwer, dass ein Wiederaufbau der Filiale wirtschaftlich nicht sinnvoll sei, so dass die Filiale dauerhaft geschlossen bleibt. Dies schreibt die Berliner Woche.
Geldautomatensprengungen sind in Deutschland mittlerweile alltäglich, beziehungsweise allnächtlich. Fast jede Nacht knallt es: Geldautomaten-Sprengungen steuern auf neuen Höchststand zu, titelt beispielsweise das Handelsblatt.
Wenn aufgrund solcher Anschläge immer mehr Geldautomaten abgebaut und Bankfilialen geschlossen werden, hat dies natürlich auch massive Folgen auf die Bargeldversorgung der Bevölkerung. Der Umgang mit Bargeld wird komplizierter und so wird wahrscheinlich immer häufiger zur Bankkarte oder zur Kreditkarte gegriffen.

Dies kommt den Ambitionen der Politiker aber gewiss nicht ungelegen. Die Bestrebungen Bargeld abzuschaffen sind deutlich erkennbar. So verständigten sich “die EU-Staaten” auf Bargeldobergrenze von 10.000 Euro, wie die Welt schreibt. Das soll natürlich einem guten Zweck dienen: dem Kampf gegen Geldwäsche. Anstatt aber gezielt Kriminelle zur Rechenschaft zu ziehen, wird auch hier die Freiheit der friedlichen Bürger eigeschränkt. Das ist ein wenig so, als würde man allen Menschen Handschellen anlegen, um zu verhindern, dass einige Langfinger sich unerlaubt am Eigentum anderer bedienen. Wobei die Kriminellen bestimmt Mittel und Wege finden, die Einschränkungen zu umgehen, während der Ehrliche wiedereinmal der Dumme ist.
immerhin sehen Politiker aus Deutschland die Bargeldobergrenze kritisch und haben sich bei Teilen des Pakets enthalten. Es stellt sich allerdings die Frage, warum die Damen und Herren dann nicht aktiv gegen die Bargeldobergrenze gestimmt haben. Mit einer Enthaltung können sie sich ihrer Verantwortung nicht entziehen, zumindest wenn man der Logik deutscher Behörden folgt: Seit vielen Jahren versucht man den Menschen einzureden, sie seien selbst Täter, wenn sie bei einem Verbrechen nicht handeln: Wer kennt ihn nicht den markanten Slogan “wer nichts tut, macht mit“?

Wenn es irgendwann kein Bargeld mehr gibt profitieren übrigens auch die Banken, die immer schlechter von einem zinsbasierten Geldsystem leben können, das ein grenzenloses exponentielles Wachstum erzwingt und die Vermögen automatisch und immer schneller von den fleißigen zu den Reichen umverteilt. Irgendwann sind die Ressourcen erschöpft und die Fleißigen können nicht noch fleißiger werden. Wenn dann zu viele Menschen auf die Idee kommen, ihre Ersparnisse in Form von Bargeld vom Konto abzuheben, kommen die Banken schnell in Bedrängnis. Der Mindestreservesatz liegt in Europa bei einem bei einem einzigen Prozent. Die Banken haben viel durch die Geldschöpfung bei Kreditvergaben viel mehr Buchgeld in Umlauf gebracht, als sie an Bargeld zur Verfügung haben. Wenn zu viele Menschen Geld abheben würden, dann fällt sofort auf, dass alles nur Show ist und überhaupt nicht genug Bargeld existiert um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Ein sogenannter Bank-Run hätte fatale folgen. Wäre es da nicht praktisch, wenn es überhaupt kein Bargeld mehr geben würde und alle Menschen nur noch mit virtuellen Zahlen umgehen könnten? Dann ist es auch nicht mehr möglich, das Geldsystem durch unkontrollierte Abhebungen zu gefährden und das Spiel kann vielleicht noch ein paar Jahre weitergehen.

Ganz nebenbei kann dann auch bis ins kleinste Detail überwacht und analysiert werden, wer wann wieviel wofür bezahlt. Wer sich nicht systemkonform verhält kann gleich von allen oder zumindest bestimmten Zahlungen abgeschnitten werden. Das Geld kann ein Verfallsdatum erhalten oder beliebig entwertet werden. Jede Transaktion kann mit einer beliebig hohen Gebühr versehen werden.
Verschwörungstheorie? Wohl kaum. Dort wo digital bezahlt wird, können die beteiligten Unternehmen bereits jetzt jede Zahlung auswerten. Bezahlungen mit digitalen Systemen kosten zudem üblicherweise, wie etwa bei PayPal, Gebühren. Und wie beispielsweise den Nutzungsrichtlinien von PayPal zu entnehmen ist, dürfen bestimmte Dinge nicht mit dem Dienst bezahlt werden. Wenn irgendwann jede einzelne Transaktion elektronisch über einen Dienstleister oder eine bank abgewickelt werden muss, dann werden diese Nutzungsrichtlinien und Einschränkungen ganz sicher zumindest bestehen bleiben oder vielleicht sogar weiter verschärft werden. Es liegt dann auch weitgehend im Ermessen dieser Zahlungsdienstleister und Banken, was sie beispielsweise als nicht gestattete “Förderung von Hass, Gewalt, Rassen- oder anderen Formen von Intoleranz, die diskriminierend sind” ansehen und darauf aufbauend Überweisungen ablehnen oder Konten sperren und Vermögen einfrieren.