Berichte

Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen

28.05.2021

Die Ständige Impfkommission will sich in der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder nicht unter Druck setzen lassen. Im Bayrischen Rundfunk sagte Stiko-Mitglied Martin Terhardt, dass nach wissenschaftlichen Kriterien entschieden werde und nicht nach politischen.

Quelle: charivari: Stiko: bei Impfungen für Kinder nicht unter Druck setzen lassen

30.07.2021

Ungeachtet des massiven Drängens führender Politikerinnen und Politiker plant die Ständige Impfkommission (Stiko) vorerst keine neue Empfehlung zu Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Solche Forderungen empörten ihn, sagte Kommissionsmitglied Martin Terhardt am Freitag dem rbb.

Quelle: rbb24 – Stiko plant vorerst keine neue Empfehlung für Kinderimpfungen

02.08.2021

Die Politik setzt die Ständige Impfkommission unter Druck, die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zu empfehlen. Damit lenkt sie von eigenen Versäumnissen ab und untergräbt das Vertrauen in die Experten.

Quelle: Tagesschau: Der Druck auf die STIKO ist billig

14.08.2021

Terhardt sagte: “Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen.

Quelle: Badische Zeitung: Die Stiko will der Politik entgegenkommen

16.08.2021

Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und spricht nunmehr eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen aus.

Quelle: RKI: Mitteilung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche (16.8.2021)

17.08.2021

– Sollten sich Geimpfte der Risikogruppe besser auf Antikörper testen lassen und gegebenenfalls nochmal impfen lassen?

Förster: Das ist eine schwierige Frage. Einerseits wäre das gut, andererseits wissen wir heute noch nicht, welche Antikörpermenge, also Antikörpertiter, vor einer Infektion schützt. Was ist der Schwellenwert, unter dessen wir eine weitere Impfung empfehlen würden?

Wissenschaftlich wäre es wichtig, dieses Maß zu kennen, politisch ist es vielleicht eher unwichtig. Bevor man teuer die Antikörper bestimmt, könnte man die Risikogruppen einfach ein weiteres Mal impfen. Interessant wäre es etwa bei den geimpften Bewohnern von Altenheimen die Antikörpertiter zu bestimmen und bei eventuellen Ausbrüchen diese Ergebnisse mit Infektionen und Stärke der Erkrankung zu korrelieren.

– Wann können wir mit einem exakten Wert für den Antikörpertiter bei Corona rechnen?

Förster: Es wird noch dauern, bis wir verbindliche Aussagen treffen können, welche Titer zuverlässig vor Covid-19 schützen. Zum Vergleich: Bei der Hepatitis-B-Impfung hat es gut zehn Jahre gedauert, bis man einen Schwellenwert definiert hat, unter dem auf jeden Fall nachgeimpft werden sollte.

Quelle: Focus: Die Covid-Symptome bei Geimpften – und warum Test nur unter einer Bedingung Sinn macht

Wie hoch ein Antikörper-Titer für einen wirksamen Schutz sein muss, weiß man also noch immer nicht und die Motivation zur Erforschung dieses wichtigen Wertes scheint nicht sehr ausgeprägt zu sein, wenn man trotz der massiven Impfkampagnen noch weitgehend erkenntnislos dasteht. Ob der Titer nach einer Impfung ausreichend hoch ist, oder ein Geimpfter als sogenannter “Impfversager” keinen ausreichenden Schutz hat, kann man demnach auch nicht ermitteln, weil es keine anerkannten Referenzwerte gibt. Selbst wenn man die Geimpften für eine Erfolgseinschätzung testen würde, könnte man zum jetzigen Zeitpunkt das Ergebnis somit überhaupt nicht interpretieren. Reicht der Titer für einen wirksamen Schutz? Oder ist er ungenügend und es muss erneut geimpft werden? Im Zweifelsfall soll einfach nachgeimpft werden. Getreu dem Motto “viel hilft viel”. Dass damit auch die unerwünschten Wirkungen zunehmen, nur weil man aufgrund mangelnder Erfahrungen und fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse teilweise unnötige Impfungen verabreichen muss, wird unter den Tisch gekehrt.
Und nun sollen auch Kinder in großem Umfang geimpft werden. Der Erfolg lässt sich zwar auch hier nicht messen und Langzeitstudien kann es sowieso noch nicht geben, das Risiko geht man aber ein ohne mit der Wimper zu zucken. Die Datenlange hat sich in wenigen Wochen vermutlich nicht so gravierend geändert, um eine Empfehlung aussprechen zu können, nach der viele Millionen Kinder in kurzer Zeit geimpft werden sollen. Wenn es dabei zu unerwünschten Wirkungen kommt, ist davon nicht eine kleine Testgruppe betroffen (was schlimm genug wäre), sondern sehr viele Kinder und Jugendliche.
War es also vielleicht doch eher eine politische Entscheidung? Die Ständige Impfkommission (Stiko), die vor nicht allzu langer Zeit noch beteuerte, dass sie sich bei ihren Entscheidungen nicht unter Druck setzen lassen will, kommt nun den politischen Wünschen “ein bisschen entgegen” und empfiehlt eine Impfung für Kinder und Jugendliche. Ein Schelm, wer böses denkt!


Weiterführende Informationen:

STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Epidemiologisches Bulletin 33/2021