Berichte

Wenn der Schuss nach hinten losgeht

Ich rate weder vom Impfen ab, noch rate ich zu einer Impfung. Eine solche Entscheidung muss natürlich jeder nach sorgfältiger Recherche und dem Abwägen der individuellen Vor- und Nachteile selbst treffen … oder von sachkundigen Politikern, Wissenschaftlern, Ärzten und der Pharmaindustrie für sich treffen lassen.

Es ist jedoch erschreckend zu sehen, welche Gräben mit der Impf-Diskussion gezogen werden und wie die Gesellschaft bis hinein in die Familie gespalten wird. Wenn geimpfte Eltern ihre ungeimpften Kindern nicht mehr zu Besuch empfangen wollen und ihnen den Zutritt zur Wohnung verweigern, ist ein besorgniserregender Zustand erreicht. Die Kinder müssen sich dann für ein Abendessen mit den Eltern erst den Shot, den Schuss abholen. Ob nach der Impfung tatsächlich ein Schutz aufgebaut wird, interessiert erstaunlicherweise genauso wenig, wie der Umstand, dass auch geimpfte mit Corona-Viren kontaminiert oder infiziert sein können. Etwas überspitzt könnte man sagen, dass viele Menschen eher einen Corona-Infizierten empfangen würden, wenn er geimpft ist, als einen getesteten aber Ungepimpften. Eine Situation, die an Absurdität kaum noch zu überbieten möglich ist. Sachliche Argumente werden in einer solchen emotional aufgeladenen Atmosphäre von beiden Seiten kaum noch gehört.

Betrachtet man die Nachrichtenlage zu Corona, dann scheinen die Politiker keine Exit-Strategie für die Impfungen zu haben. Es wird nicht gefragt, welche Maßnahmen konkret dazu führen, dass nach einer bestimmten Zeit keine Impfungen mehr nötig sind. Ebenso scheint es keine nennenswerte Entwicklung von (frühzeitigen) medikamentösen und therapeutischen Maßnahmen für erkrankte Menschen zu geben. Stattdessen soll wohl auf unbestimmte Zeit pauschal die gesamte Gesellschaft immer wieder in zunehmend kürzeren Abständen geimpft werden. Diskussionen über mögliche Schäden einzelner Impfungen oder von Problemen die nach vielen Impfungen mit möglicherweise wechselnden Impfstoffen unterschidlicher Hersteller vielleicht auftreten könnten, dürfen nicht geführt werden. Damit ist man sofort offiziell ein Aluhutträger, Impfverweigerer, Verschwörungstheoretiker oder noch schlimmeres. Demnach gibt es also auch kein Konzept wie vorgegangen werden kann, wenn Probleme auftreten, weil als Prämisse festgelegt wurde, dass keine Probleme auftreten werden. Das ist so, als würde man im Auto keine Sicherheitsgurte und keine Airbags einbauen, weil man festlegt, dass kein Unfall passieren wird.

Mit der Zeit wird es immer normaler, dass ungeimpfte Menschen aus dem öffentlichen Leben und von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden. So werden Ungeimpfte mittlerweile aus vielen Geschäften, wie etwa (abhängig vom Bundesland) Baumärkten ausgeschlossen. Soweit ich weiß liegen für diese Entscheidung keine fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde, welche Baumärkte als Pandemietreiber identifizieren. Die Entscheidung ist demnach willkürlich und wird hauptsächlich als Bestrafung der Ungeimpften dienen. Geimpfte können sich darüber freuen. Wer sich nicht impfen lassen will, der soll es schwer haben. Wenn jetzt die Impfbefürworter über die Menschen herziehen, die aus verschiedenen Gründen eine Impfung ablehnen, dann könnte der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen. Die einst versprochenen Vorteile der Impfung werden immer schneller bedeutungslos. Der Schutz ist nicht so umfassend und hält auch nicht so lange an, wie ursprünglich geglaubt. Es soll als Lösung immer schneller immer mehr geimpft werden. Als Motivation dienen nicht mehr so sehr die Erlangung der Vorteile der Impfung, sondern die Vermeidung der Nachteile und Strafen einer Impfverweigerung.
Mit der Zeit werden aber auch immer mehr Verfechter der Impfung (und vielleicht sogar einer Impfpflicht) Probleme bekommen. Vielleicht führen sie sich nach einer Impfung lange Zeit schlecht. Vielleicht schleichen sich auch gesundheitliche Probleme, wie etwa zunehmende Kopfschmerzen, ein. Kein Politiker und auch kein Arzt kann dies ausschließen. Sollten solche Probleme zunehmen, werden auch Menschen, die sich bislang bedenkenlos impfen ließen, irgendwann vielleicht zurückhaltender sein und gerne ein oder zwei Impfungen auslassen. Das wird dann aber nicht ohne Konsequenzen möglich sein. Wer mit der Impfung aufhört oder eine Pause macht, zählt bald zu den Ungeimpften, also zu denen, die er zuvor vielleicht sogar noch bekämpft und ausgeschlossen hat. Je stärker die Ungeimpften jetzt niedergemacht werden, um so härter wird es in Zukunft auch diejenigen treffen, die jetzt noch die Impfungen wünschen, aber irgendwann eine weitere Impfung ablehnen.

Wer jetzt andere Menschen zur Impfung nötigt oder zwingt und sich wünscht, dass Ungeimpfte ein schlechtes Leben haben, der sollte sich bewusst sein, dass jedes Pendel irgendwann in die andere Richtung ausschlägt. Er muss sich also sehr sicher sein, dass er im Zweifelsfall bereit ist für den Rest seines Lebens, jede einzelne von der Politik vorgesehene Impfung mitzumachen. Andernfalls wird er sofort auf der Seite derer landen, die er zuvor noch bekämpft hat. Und je härter er diese Menschen bekämpft hat, um so schlimmer wird er selbst getroffen werden, wenn er irgendwann zum Ungeimpften wird. Das ist das Gesetz der Wechselwirkung.