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Was hat Okhams Rasiermesser mit Impfschäden zu tun?

Wenn es um gesundheitliche Probleme oder gar Todesfälle in auffälligem zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung geht, ist die erste Reaktion von Ärzten, Politikern und der Pharmaindustrie gewöhnlich der Hinweis, dass der Zwischenfall sehr wahrscheinlich nichts mit der Impfung zu tun hat. Ein kausaler Zusammenhang wird häufig reflexartig ausgeschlossen.

Gemäß der Theorie nach Okhams Rasiermesser wäre als erste Vermutung naheliegender anzunehmen, dass der Schaden mit der Impfung in Zusammenhang steht. Anschließend gilt es, diese naheliegende Theorie zu beweisen oder zu widerlegen.

Ockhams Rasiermesser – auch Prinzip der Parsimonie, lex parsimoniae oder Sparsamkeitsprinzip – ist ein heuristisches Forschungsprinzip aus der Scholastik, das bei der Bildung von erklärenden Hypothesen und Theorien höchstmögliche Sparsamkeit gebietet. Das nach Wilhelm von Ockham (1288–1347) benannte Prinzip findet seine Anwendung in der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methodik. Vereinfacht ausgedrückt besagt es:

  • Von mehreren hinreichenden möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
  • Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält und wenn diese in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt logisch folgt.

Im Rahmen der Corona-Impfungen mit dem Vakazin von Astrazeneca gab es eine auffällige Häufung von Zwischenfällenn in Form von Thrombosen, also der Bildung von Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Auch hier war die erste Reaktion, dass ein Zusammenhang mit der Impfung eher unwahrscheinlich ist und die zeitliche Nähe der Thrombose mit der Impfung zufälliger Natur sein wird.

Und nun haben Experten der Unimedizin Greifswald laut Bericht des Merkurs eine Bahnbrechende Entdeckung gemacht: Demnach löse der Impfstoff bei einigen Menschen „einen Abwehrmechanismus“ aus. Der Impfstoff „aktiviere“ die Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten, was zu einer Blutgerinnung in den Adern führt.

Sollte sich der Zusammenhang bestätigen, hat sich wieder einmal gezeigt, dass auf die Ärzte kein Verlass ist, wenn es darum geht, die Risiken und Gefahren einer Impfung abzuschätzen. Ärzte möchten und müssen Vakazine und Dienstleistungen verkaufen. Da ist zu vermuten, dass sie die Risiken entweder unbewusst verdrängen oder gar bewusst nicht in den Vordergrund rücken. Möglicherweise haben viele Ärzte auch überhaupt nicht die notwendige Zeit und didaktische Kompetenz, das notwendige Wissen zu vermitteln das den Patienten überhaupt erst in die Lage versetzt, eine Bewusste und fundierte Entscheidung für oder gegen eine Impfung zu treffen. Außerdem fehlen dem Arzt vielleicht wichtige Informationen, die in langwierigen Untersuchungen bei jedem Patienten individuell ermittelt werden müssten, um das persönliche Risiko abschätzen zu können.
So gesehen müssten umfangreiche aber notwendige Voruntersuchungen und das Aufklärungsgespräch vor einer Impfung von unabhängigen Experten geführt werden, die nicht an der Impfung selbst verdienen, sondern für die Beratung entlohnt werden. Mit dem Impfenden Arzt sind dann eigentlich nur noch die Haftungs- und Versicherungsfragen für den Fall von Komplikationen zu klären. Bei einem Autokauf wird es ähnlich ablaufen. Es dürfte niemanden überraschen, dass Autohändler eher die Vorzüge ihrer Fahrzeuge in den Vordergrund rücken werden. Der Kunde muss sich zuvor anderweitig die notwendigen Informationen einholen, die ihn in die Lage versetzten, ein für ihn geeignetes Fahrzeug zu finden.


Weiterführende Informationen:

AstraZeneca und Thrombose: “Was man kennt, davor muss man keine Angst haben”