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Sind Impfkritiker bildungsunwillige Bekloppte?

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zeigte sich verärgert darüber, dass einige Menschen nicht stupide der vorgegebenen Meinung folgen und es sich wagen eigenmächtig eine Corona-Impfung zu verweigern, wie die Welt berichtete:

In Deutschland leben nach Ansicht des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck nicht nur Bildungswillige, „sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten“. Gauck griff damit Gegner der Corona-Impfung an.

2012 hielt Herr Gauck bei seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident im eine Ansprache zum Afganistan-Einsatz der Bundeswehr. Damals bezeichnete er es als Glück, dass in Deutschland eigenverantwortliche Bürger leben, die nicht mehr stupide einer politischen Agenda folgen, wie es leider in der Vergangenheit der Fall war. Einige Jahre später stört er sich daran, wenn Menschen kritisch gegenüber den politischen Vorgaben eingestellt sind. Kritisch eingestellte Menschen sind also nur erwünscht, wenn sie völlig kritiklos den Vorstellungen der Politiker folgen. Paradox, oder?

Impfungen können mit schweren Schäden oder gar dem Tod enden. Dies musste beispielsweise auch die berliner Opernsängerin Bettina Ranch erfahren, die sehr wahrscheinlich in Folge einer Impfung unter Schmerzen und Lähmungen leidet. Wenn dies passiert, stehen auch die Ärzte hilflos da, wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg. Eine Impfung zu verabreichen, ist für einen Arzt eine Routine, die er meistens spielend leicht bewältigt. Wenn es aber darum geht, die Konsequenzen zu meistern, dann zeigt sich, dass Ärzte bestenfalls Zauberlehrlinge sind, die mit Kräften spielen, die sie nicht verstehen. So schrieb Bettina Ranch bei Instagram:

“Sie könne „keine medizinisch fundierte, definitive Aussage dazu machen, was genau in/mit meinem Körper gerade passiert“

So leicht es fällt, die Impfung zu befürworten, so schwer ist es dann im Falle eines Schadens zu helfen. Natürlich kann es auch genau anders herum sein und der Schaden tritt ein, weil eine Impfung nicht durchgeführt wurde. Aber weder die Ärzte noch der ehemalige Bundespräsidentkönnen für jede einzelne Person individuell sagen, ob es für ihn oder sie besser wäre zu impfen oder eben nicht. Die Aussagen für oder gegen eine Impfung können nur ganz allgemein gehalten werden und auf Basis von Statistiken und Modellrechnungen erfolgen. Individuelle Belange spielen bei einer generellen Impf-Empfehlung keine Rolle und selbst der Arzt kann nur Mutmaßungen anstellen, sofern er sich überhaupt die Zeit für eine umfassende Untersuchung nimmt. Bei Fließband-Impfungen im Fünf-Minuten-Rhythmus ist aber nichteinmal dies der Fall.
Man kann also bestenfalls sagen, dass die Impfung im Durchschnitt ein Vorteil haben könnte. Dass einzelne Menschen dabei auf der Strecke bleiben und Schaden nehmen, ändert nichts am Gesamterfolg. Es handelt sich quasi um Bauernopfer wie beim Schachspiel. Nichtsdestotrotz hat natürlich jeder ein persönliches Interesse daran, nicht als Bauernopfer zu enden. Ihn dafür als “Bekloppten” zu beschimpfen, zeugt nicht gerade von Einfühlungsvermögen.
Hätte Frau Ranch sich nicht impfen lassen, dann wäre sie von Joachim Gauck als “Bekloppte” diffamiert worden. Nun hat sie sich impfen lassen und muss mit den Konsequenzen leben. Im Zweifelsfall wird ihr niemand wirklich helfen können und der ehemalige Bundespräsident kann als evangelischer Theologe bestenfalls für ihre Genesung beten, mangels medizinischer Expertise aber nicht zur körperlichen Genesung beitragen. Als ehemaliger Pastor hat er vielleicht einfach eher eine Verbindung zum Seelenheil als zum körperlichen Wohlbefinden. Zumindest in seiner weiter oben im Text angesprochenen Antrittsrede spricht er von der seelischen Gesundheit der Menschen. Erschreckend ist aber, dass ihm offensichtlich überhaupt nicht bewusst ist, was die derzeitige Spaltung der Gesellschaft, die Angst und die unsägliche Hetze gegen Ungeimpfte für seelische Schäden anzurichten vermag. Ohnehin scheinen ihm die göttlichen Schöpfungsgesetze in weiten Teilen so fremd zu sein, wie medizinisches Fachwissen. Herr Gauck führt sich nicht nur in weltlichen Dingen, sondern auch gewissermaßen in geistigen Belangen auf, wie ein Elefant im Porzellanladen – was tragischerweise in jeder Hinsicht in einem Scherbenhaufen enden wird.
Es ist leicht, Menschen pauschal für ihre Entscheidungen zu verurteilen und sie zu beleidigen. Es ist aber schwer, richtige und fundierte Entscheidungen zu treffen. Besonders dann, wenn es um eine Impfung geht, die kaum erprobt ist und zu der viele Verträge, Absprachen und Forschungsergebnisse vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden. Aufgabe der Politiker wäre es, für Transparenz zu sorgen. Nur Offenheit und Ehrlichkeit können die Basis einer Demokratie sein. Wie sollen Bürger fundierte Entscheidungen treffen können, wenn ihnen wesentliche Teile der Wahrheit vorenthalten werden? Erwartet man nicht stattdessen vielmehr, dass sie einfach fremden Menschen folgen, die sich in der Vergangenheit jedoch nicht besonders mit Fachkompetenzen und Aufrichtigkeit hervorgetan haben?

Erschreckend ist auch die Begründung von Herrn Gauck für die unhöfliche Beleidigung vieler Bürger.

Also Entschuldigung: Das darf ich mal so locker formulieren, ich bin ja jetzt Rentner und muss nicht mehr auf jedes Wort achten.“

Im Umkehrschluss bedeutet es, dass er als aktiver Politiker mehr auf seine Worte geachtet und wie ein Schauspieler nicht das gesagt hätte, was er denk, sondern das, was von ihm erwartet wird. Sind Politiker also doch eher Darsteller und Schauspieler, die das Volk teilweise regelrecht verachten und dann ohne die Mine zu verziehen lächelnd gütige Worte vor den Fernsehkameras in die Mikrofone säuseln?

Das wäre schrecklich, denn im Gegensatz zur unreifen Auffassung des ehemaligen Bundespräsidenten, dass man denken und sagen kann, was man will, sollte man nicht nur darauf achten, was man sagt und wie man es sagt, sondern auch was man denkt. Ja genau, man sollte auf seine Gedanken achten! Auch die, die man nicht ausspricht und ganz besonders auf die, die man ausspricht.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Charles Reade (1814 – 1884), englischer Schriftsteller
Zugeschrieben, geht möglicherweise auf ein chinesisches Sprichwort zurück

Um es mit den Worten von Oskar Ernst Bernhardt, auch Abdruschin oder Abd-ru-shin genannt, zu sagen:

„Halte den Herd Deiner Gedanken rein, Du stiftest damit Frieden und bist glücklich!“