Berichte

Maximale Abhängigkeit und minimale Sicherheit

Diversifikation und Resilienz scheinen den Politikern Fremdbegriffe zu sein, auch wenn der Terminus Resilienz in wirtschaftspolitischen Zielformulierungen der EU inzwischen zum Standardvokabular gehören soll. Man gewinnt jedoch immer mehr den Eindruck, dass die Abhängigkeiten seit vielen Jahrzehnten von immer weniger Lieferanten immer größer werden und die Widerstandsfähigkeit permanent abnimmt.
So bestimmen mittlerweile ganz wenige große Konzerne den Markt. Da diese aber unter unzähligen Marken auftreten, wirkt es im Supermarkt so, als gäbe es noch eine Vielfalt an Lieferanten. Anschaulich wird dies im Artikel Diese 9 Konzerne kontrollieren fast alles, was wir essen bei UTOPIA gezeigt.

Auch bei der Energieversorgung ist eine fatale Entwicklung zu erkennen. Anstatt möglichst viele unterschiedliche Energieträger zu nutzen und diese von vielen verschiedenen Lieferanten zu beziehen, wird die Abhängigkeit von wenigen Energieträgern und Lieferanten immer weiter erhöht. Kohle, Holz, Nuklearenergie, Gas und Sprit werden für die Stromgewinnung, zum Heizen und für die Mobilität zurückgedrängt oder gar (direkt oder indirekt) verboten. Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass Strom als Energieträger für nahezu alles forciert wird. Elektrische Energie soll den Verkehr antreiben. Elektrische Energie soll die Wärmepumpen zum Heizen in Bewegung setzen. Natürlich wird Strom auch für alle elektrischen Geräte benötigt. Die Abhängigkeit vom Strom wird maximiert, während die Möglichkeiten zur Nutzung verschiedener Energieträger für die Stromproduktion aber gleichzeitig reduziert wird.

Stromproduktion und Stromverbrauch müssen aber zu jedem Zeitpunkt nahezu identisch sein. Speicher gibt es derzeit kaum und sind auch in größerem Ausmaß auf absehbare Zeit eher unrealistisch. Die Stabilität und Zuverlässigkeit der Stromversorgung hängt also davon ab, dass die Stromproduktion permanent an den Verbrauch angepasst werden kann. Es darf weder zu viel noch zu wenig Strom ins Netz eingespeist werden. Wenn der Verbrauch sinkt, muss die Einspeisung gedrosselt werden und wenn der Verbrauch steigt, muss auch gleichermaßen mehr Strom generiert und zur Verfügung gestellt werden. Das setzt voraus, dass es Kraftwerke gibt, welche eine permanent vorhandene Grundlast zuverlässig abdecken und Kraftwerke, die schnell und wendig sind und temporärer Lastspitzen abfangen können. Damit wird klar, das kein Kraftwerkstyp alle Anforderungen erfüllen könnte. Wir sind also zwingend auf unterschiedliche Kraftwerkstypen angewiesen. Wir brauchen Kraftwerke, die durchgehend zuverlässig viel Strom liefern können, wie etwa Kohlekraftwerke, Wasserkraftwerke und (leider) auch Atomkraftwerke. Und wir benötigen Kraftwerke, die schnell hoch und herunter gefahren werden können, wie etwa Gaskraftwerke. Windkraftwerke und Solarkraftwerke sind weder zur gleichmäßigen Deckung der Grundlast noch zum Abfangen von spontan auftretenden Spitzen geeignet. Diese Kraftwerke können ins Netz eingebunden werden und können dann anderen Kraftwerken Last abnehmen, da diese aber abhängig von Wind und Wetter sind, kann man sich auf solche Kraftwerke nicht verlassen. Wind- und Solarkraftwerke erhöhen also die Notwendigkeit, dass auch Kraftwerke vorhanden sind, welche die auftretenden Schwankungen schnell und zuverlässig ausgleichen können. Es ist also ohne ausreichend dimensionierte Speicher nicht möglich, beispielsweise die Stromproduktion nur durch Wind- und Solarkraftwerke sicherzustellen.

Anstatt aber die Vielfalt zu fördern, setzt man auf immer weniger Technologien und Energieträger. Die Probleme, welche diese ideologische und idiotische Wirtschafts- und Energiepolitik mit sich bringt, werden jetzt immer sichtbarer. Ein Umdenken findet aber nicht statt immer schneller werden wichtige zur Stromproduktion geeignete Energieträger verbannt und gleichzeitig beispielsweise die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und der Heizungen vorangetrieben. Dass es dadurch zu Ausfällen bis hin zu weiträumigen und lange andauernde Blackouts kommen kann, ist naheliegend. Und was machen unsere Politiker? Sie erfinden ständig neue Verbote und Vorschriften, welche mitunter wenig Nutzen haben und die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter in die Höhe treiben. Die Bürokratie wächst und wichtige Arbeitskräfte werden für fragwürdige Maßnahmen gebunden. So sollen Heizungschecks und hydraulische Abgleiche den Überlegungen nach Pflicht werden. Diese Maßnahmen mögen in vielen Fällen durchaus sinnvoll sein. Technische Anlagen sollten grundsätzlich gut gewartet und eingestellt sein. Allerdings ist irgendwann ein vernünftiges Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr gegeben und in einigen Fällen ist die Investition in einen hydraulischen Abgleich vielleicht einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll.

Wie so oft, werden wiedereinmal nicht die Ursachen der Probleme angegangen und beseitigt, sondern nur die Symptome bekämpft. Die Kosten hierfür müssen natürlich wie üblich die Bürger tragen.