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Lauterbach will Evaluation der Corona-Maßnahmen erst 2023 … oder noch später

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt im Rahmen der Corona-Pandemie gerne vor möglichen neuen und immer gefährlicheren Virusvarianten. So befürchtet er im Herbst eine Welle mit einer neuen, hochansteckenden Variante des Corona-Virus. Es sei “durchaus möglich, dass wir eine hochansteckende Omikron-Variante bekommen, die so tödlich wie Delta ist. Das wäre eine absolute Killer-Variante.” Dieser Killer-Varianten-Welle will er mit einer umfangreichen Impfstoff-Bestellungen begegnen.

Natürlich handelt es sich bei dem Horrorszenario nur um eine Spekalation. Man gewinnt den Eindruck, dass Karl Lauterbach keine Fakten benötigt, um neue Horrorszenarien zu twittern oder in Talk-Shows zu verkünden.

Wenn es nun aber um eine Evaluation der Maßnahmen gegen Corona geht, wie etwa Lock-Downs und Schulschließungen, dann ist Herr Lauterbach deutlich zurückhaltendern. So hat er einen Brief an die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) geschrieben in dem er zum Ausdruck brachte, dass man die Veröffentlichung der Evaluation mindestens auf den Sommer 2023 verschieben solle, da derzeit die Datenbasis für belastbare Aussagen fehlt. Hierüber berichtete auch die Bild Zeitung: Corona-Maßnahmen: Lauterbach will Überprüfung erst 2023 | Harald Martenstein bei Viertel nach Acht.

Zunächst ist auffällig, das in Deutschland wiedereinmal keine brauchbare Datenbasis für eine Evaluation vorhanden ist. Dies scheint ein Markenzeichen von Herrn Lauterbach zu sein, dass notwendige Daten für wichtige Entscheidungen fehlen.

Warum Deutschland im Dunkeln tappt
In Deutschland fehlt eine solide Datenbasis, um über Lockerungen zu entscheiden. Für die dürftige Datenlage ist nach Kontraste-Recherchen vor allem der frühere Gesundheitsminister Jens Spahn verantwortlich.

Karl Lauterbach Warner mit Ungenauigkeiten
Der designierte Gesundheitsminister Lauterbach wird als Fachmann geschätzt. Doch einige seiner Behauptungen waren nicht belegt, beispielsweise über Corona-Zahlen auf Mallorca oder gestrecktes Cannabis.

Experten für bessere Datenbasis bei coronabedingten Hospitalisierungen
Eine deutliche Verbesserung der Datenlage bezüglich der coronabedingten Hospitalisierungen und Intensivpatienten in Deutschland forderten gestern Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Manage­ment im Gesundheitswesen der TU Berlin, und Andreas Schuppert von der Rheinisch-Westfälischen Tech­nischen Hochschule Aachen (RWTH).

Unklare Corona-Datenlage: “Drei Wochen in der Unwissenheit”
Gesundheitsexperten befürchten wegen der Feiertage einen Blindflug bei den Corona-Zahlen. Mit Blick auf Omikron sei dies eine gefährliche Unwissenheit. Zumal die Gesundheitsämter auch bei der Nachverfolgung kapitulieren.

Unklare Datenlage auch in Berlin
Höchstens die Hälfte der Patienten sind wirklich wegen Corona im Krankenhaus.

Die Datenlage kann noch so unklar sein. Dies hindert Herrn Lauterbach nicht daran Warnungen in jedes Mikrofon zu rufen, dass sich in seiner Nähe befindet und das man nicht schnell genug wegziehen konnte. Herr Lauterbach gibt sich auch mit einfachen Modellrechnungen zufrieden. Dass Modellrechnungen die Eigenschaft haben, jedes Fantasie-Ergebnis zeigen zu können, wenn man die Eingangsdaten und Parameter entsprechend wählt, scheint ihn dabei nicht zu stören. Modelle sind keine Beweise, sondern ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit oder dessen, was man als Wirklichkeit unter gegebenen Anfangsdaten und mehr oder weniger willkürlich festgelegten Ableitungsregeln annimmt. Mit solchen Details hält sich der Bundesgesundheitsminister aber nicht auf. Stattdessen twittert er lieber Modelle ohne Kontext oder Erklärungen zu den dem Modell zugrundeliegenden Annahmen oder festgelegte Regeln.

Wenn es aber darum geht, die Maßnahmen, die auch Karl Lauterbach maßgeblich zu verantworten hat, zu evaluieren, also sach- und fachgerecht beurteilen und zu bewerten, dann möchte Herr Lauterbach, dass man sich möglichst viel Zeit nimmt. Am besten soll man noch Jahre mit der Beurteilung seiner Leistungen warten. Dann ist er vielleicht schon in Pension und es wird niemanden mehr interessieren, was er sich erlaubt hat. Zumindest kann Herr Lauterbach die Daumenschrauben der Bevölkerung auch nächsten Winter noch einmal ordentlich anziehen wenn man nicht schon jetzt, sondern erst erst im nächsten oder übernächsten Sommer feststellt, dass seine Maßnahmen völlig unangebracht waren.