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Der hohe moralische Anspruch der deutschen Außenpolitik schadet der Umwelt und der Wirtschaft

Deutschland hilft – aber nicht, wenn es Dreck macht. So titelte die Zeitung Die Welt am 07.02. sehr treffend.

Der Anteil der CO2-Emmisionen am weltweiten Ausstoß liegt bei etwa zwei Prozent. Dies ist natürlich nicht unbedingt auf eine besondere Sparsamkeit zurückzuführen, sondern liegt zum einen daran, dass der Anteil an der Weltbevölkerung entsprechend klein ist und zum anderen liegt es daran, dass die Produktion vieler für uns wichtiger Güter in fernen Ländern stattfindet und damit werden diesen Ländern unfairerweise die Emissionen zugerechnet.
Unabhängig davon ob CO2 ein Schadstoff ist oder nicht, so haben die deutschen Politiker es sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß zu reduzieren und damit die Welt vor dem drohenden Zusammenbruch zu retten. Bei den Diskussionen stehen immer nur die in Deutschland verursachten Emmissionen im Vordergrund. Diese sollen ohne Rücksicht auf Verluste reduziert werden. Für eine CO2-Reduktion von nichteinmal zwei Prozent werden immer neue Gesetze geschaffen, die beispielsweise dazu führen sollen, dass in Zukunft die Gebäude immer besser gedämmt werden müssen. Wer einmal versucht hat, alte Dämmstoffe, die sich im Nachhinein als gesundheitsgefährdend herausstellten zu entsorgen, wird vielleicht festgestellt haben, dass dies ein relativ aufwändiges Unterfangen sein kann. Eine Pflicht zur Dämmung ist schnell verabschiedet. Um den dadurch entstehenden Müll kümmern sich die verantwortlichen Politiker aber dann nicht.
Wenn es dann gelingt durch gesetzliche Zwänge alle Häuser mit Stoffen zu dämmen, deren Entsorgungsprobleme in der Zukunft ganz “überraschend” zuschlagen werden und dadurch vorerst den Energieverbrauch nennenswert zu reduzieren, dann wird man feststellen, dass der Einfluss auf diesen Planeten kaum erkennbar ist. Zwei Prozent sind nun einmal nicht kriegsentscheidend. Stoffe in der Atmosphäre sind ein globales Phänomen und somit müsste auch eine globale Lösung gefunden werden. So lange wir aber weltweit Finanz- und Wirtschaftssysteme haben, die durch Zins und Zinseszins auf ein grenzenloses exponentielles Wachstum ausgelegt sind, kann es keinesfalls eine nachhaltige Lösung geben. Weder weltweit, noch regional. Die deutschen Politiker werden mit den Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und des Klimas lediglich die Wirtschaft in Deutschland zerstören und zudem auch das Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar machen. Die Welt werden sie damit aber nicht retten.

Wenn man schon das zerstörerische Wirtschaftssystem nicht in Frage stellen möchte, so könnte man aber zumindest etwas tun, um im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten zumindest eine gewisse Reduzierung der Belastung der Umwelt erreichen könnte. Südafrika bezieht beispielsweise 89 Prozent seiner Energie aus Kohlekraftwerken. Der staatliche Konzern ESKOM arbeitet höchst ineffizient und der Strom steht nicht immer stabil zu jeder Tageszeit zur Verfügung und wird mitunter stundenweise abgestellt. Die Situation würde sich beim Verzicht auf Kohle gewiss noch weiter verschlechtern. Es ist also klar, dass Südafrika nicht einfach so auf Kohlestrom verzichten kann und wird. Der hohe moralische Anspruch der deutschen Bundesregierung verengt jedoch bisweilen den Blick der deutschen Außenpolitik.

Schon 2017 wurde noch in der Vorgängerbundesregierung – aber natürlich auch unter der Regierungschefin Merkel – beschlossen, dass für Kohlekraftwerke keine Kredite mehr gegeben werden. Selbst wenn es sich um die Verbesserung, um den Einbau von Filtern oder dergleichen handelt.

Quelle: Welt: Deutschland hilft – aber nicht, wenn es Dreck macht

Anstatt jetzt also zu akzeptieren, dass die Stromproduktion in Südafrika nicht sofort auf Solarstrom (oder was auch immer gerade als umweltfreundlich angesehen wird) umstellt und zunächst zu versuchen, die bestehenden Techniken zu verbessern, verhält die Bundesregierung sich wie ein bockiges Kleinkind und streicht jede Unterstützung. Dabei könnte man moderne deutsche Filtertechniken in afrikanischen Kohlekraftwerken einbauen und damit schon eine deutliche Verbesserung erzielen und gleichzeitig auch die deutsche Wirtschaft unterstützen. Wenn dann irgendwann bessere Techniken zur Stromproduktion zur Verfügung stehen kann man nach und nach die alten Kohlekraftwerke ersetzen und einen sanften Übergang ohne Ausfälle und Risiken schaffen. Wenn von deutscher Seite schon gute Geschäftsbeziehungen nach Afrika gepflegt werden, wäre es sicher möglich, in Zukunft auch in Deutschland entwickelte umweltfreundlichere Anlagen zur Stromproduktion zu verkaufen. Brechen die deutschen Politiker jedoch die Geschäftsbeziehungen beleidigt ab, weil von afrikaischer Seite die völlig abgehobenen und weltfremden Ansprüche nicht vollumfänglich erfüllt werden, dann werden andere Lieferanten einspringen und vielleicht schlechtere Anlagen nach Südafrika verkaufen. Dem Umweltschutz wäre mit der ganz-oder-ganricht-Einstellung ein Bärendienst erwiesen. Die Kohlekraftwerke werden auf dem afrikanischen Kontinent noch lange Bestand haben. Anstatt mit modernen Filteranlagen werden sie dann halt mit vielleicht schlechteren oder sogar völlig ohne Filter betrieben. Die deutschen Unternehmen sind dann auch aus dem Rennen und andere werden von den Geschäftsbeziehungen profitieren.

Dabei wären gerade nach Afrika gute Beziehungen für beide Seiten ein Gewinn. Vielleicht schaffen sich die Politiker ja dadurch sogar irgendwann einmal Projekte wie Desertec zu realisieren. Die Herstellung von Treibstoffen mit Sonnenenergie hat viele interessante Aspekte. Wo die Sonne besonders intensiv scheint, ist es oft sehr heiß und trocken. Landwirtschaft ist in diesen Regionen kaum möglich. Stattdessen gibt es große Wüstenflächen, die genutzt werden könnten, Anlagen zur Stromerzeugung oder der Produktion von Treibstoffen aufzubauen. Über Leitungen und Pipelines können Strom und Treibstoffe transportiert werden. In Afrika kann man sowohl durch den Verkauf als auch die eigene Nutzung profitieren. Die Länder in weniger sonnigen Klimazonen und mit weniger freien Fläche können hingegen von der Nutzung klimaneutraler Energieträger profitieren.

Diese Ziele sind aber nicht von heute auf morgen zu erreichen und eine gute wirtschaftliche Zusammenarbeite ist eine Grundvoraussetzung. Infantile deutsche Politiker werden es aber kaum schaffen, die notwendigen Grundlagen zu schaffen. Aber was soll man auch von Politikern erwarten die nichteinmal in der Lage sind die kurzfristigen Folgen ihrer Entscheidungen abzuschätzen und die für Fehlentscheidungen auch keine persönliche Verantwortung übernehmen müssen?
Es wird also darauf hinauslaufen, dass Deutschland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jede Chance auf echte Verbesserung verpassen wird. Stattdessen wird versucht, die Symptome eines völlig verfehlten Finanz- und Wirtschaftssystems durch immer neue Gesetze zu kaschieren. Die Kosten für Energie, Lebensmittel, Mobilität Waren und für das Wohnen werden immer weiter steigen. Die Umweltbelastung aufgrund von nicht durchdachter Maßnahmen ist kaum abzuschätzen. Das Geld, das für die gründe Farbe benötigt wird, mit der die grünen Politiker das ganze Land überpinseln wollen, fehlt dann an anderer Stelle. So wird beispielsweise zur Instandhaltung der Infrastruktur immer weniger Geld zur Verfügung stehen. Wenn irgendwann in Deutschland die Stromversorgung auf Wind- und Solarstrom umgestellt und die Stromnetze marode sind, werden wir hier Stromausfälle haben, wie sie in Südafrika bislang normal sind und in Südafrika nutzt man den Strom aus immer mehr schmutzigen Kohlekraftwerken.
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