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Corona-Impfung für moderne Lohnsklaven

Wer ein großes Vermögen sein Eigen nennt, kann sich glücklich schätzen. Geld kann er gewinnbringend anlegen. Landflächen kann er gewinnbringend vermieten. Industrieanlagen kann er zur gewinnbringenden Produktion von Waren durch Arbeitskräfte nutzen. All diese Formen des Einkommens erfordern keine eigene Leistung. Jede Arbeit kann ausgelagert werden, so dass dem Vermögenden die Gewinne zufließen, ohne dass er dafür selbst arbeiten muss. Überspitzt könnte man sagen, es handelt sich hierbei um ein leistungsloses Spitzeneinkommen für arbeitslose Milliardäre. Die eigentliche Wertschöpfung erbringt der arbeitende Teil der Bevölkerung.
Der arbeitende Teil der Bevölkerung, der das große Einkommen der reichen “Arbeitslosen” finanziert, bezahlt auch das Einkommen der armen arbeitslosen über Sozialhilfen und andere Maßnahmen. Während das Einkommen der Reichen nie in Frage gestellt wird, müssen die Armen sich für jeden Cent rechtfertigen. Ist es nicht paradox, dass die Menschen, die viel mehr haben, als sie jemals verbrauchen können ohne Zögern ständig noch viel mehr Geld erhalten, während für Menschen in Not das Geld immer knapp ist?

Im Folgenden soll es nicht um eine Neiddiskussion gehen. Es handelt sich viel mehr um eine drastische Beschreibung einer fatalen Situation, die jedoch so selbstverständlich ist, dass wir normalerweise nicht über die Zusammenhänge nachdenken, obwohl die Folgen jeden Tag zu spüren sind. Es soll in erster Linie aufgezeigt werden, dass Menschen die ihr Einkommen selbst und aus eigener Kraft erarbeiten müssen, nicht frei sein können. Zumindest gilt dies für die Berufe und Tätigkeiten, bei denen eine körperliche Anwesenheit erforderlich ist. Da Zinsgewinne keine körperliche Anwesenheit erfordern, sind im Umkehrschluss die Menschen relativ frei, die ihr Einkommen auf Basis eines bereits vorhandenen Vermögens erzielen können. Wie weit die Unfreiheit der abhängigen Beschäftigten geht, wird im nachfolgenden Text vielleicht etwas deutlicher.

Im Rahmen der Corona-Situation wird eine besondere Problematik deutlich. Jemand, der aufgrund seines Vermögens immer reicher wird, muss keine Voraussetzungen erfüllen. Wenn jemand einen Konzern geerbt hat, dann kann er die Verwaltungsaufgaben an Manager abtreten, um rechtliche Fragen kümmern sich Juristen und die Steuererklärung macht ein Steuerberatungsunternehmen. Der Erbe kann sich darauf beschränken, den Gewinn abzuschöpfen, den die Mitarbeiter und Maschinen erwirtschaften. Dafür muss er nichteinmal das Bett verlassen. Er ist somit frei und unabhängig. Er kann wohnen wo er möchte und muss sich nicht ständig in der Nähe des Betriebes aufhalten, um für die Arbeit verfügbar zu sein. Er muss nicht morgens in überfüllten Bussen zur Arbeit fahren oder am Bahnhof warten, weil der Zug wieder ausgefallen ist. Anstatt mit dem Auto im Berufsverkehr zu stecken, kann er mit dem Hubschrauber zu einer Partie Golf fliegen.
Die Menschen, die kein Vermögen besitzen, sind gezwungen, sich an viele Vorgaben zu halten. Den arbeitenden Menschen kann man vorschreiben, wo sie sich aufzuhalten haben, wann sie arbeiten müssen und wann sie “frei” haben. Im Gegensatz zu den reichen “Arbeitslosen” Menschen müssen sich die armen Arbeitslosen Menschen ebenso an Vorgaben wie die arbeitenden Menschen halten. Das Arbeitsamt kann über das Leben dieser Menschen bestimmen. Wenn nun – wie in Österreich – einem Arbeitslosen das Arbeitslosengeld gestrichen wird, wenn er einen Job für den eine Impfung Voraussetzung ist nicht annimmt, weil er die Impfung verweigert, kommt dies einer Impfpflicht für Arme gleich.

Nun hat sich Österreichs Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschieden: Laut „Standard“ hat er das sogenannte AMS (Arbeitsmarktservice), das der deutschen Agentur für Arbeit entspricht, dazu verpflichtet, Jobsuchenden das Arbeitslosengeld zu sperren, sofern sie sich auf eine zumutbare Stelle nur deshalb nicht bewerben, weil dort eine Impfung verlangt wird oder eine Stelle, die ihnen angeboten wird, nur deshalb nicht annehmen.

Quelle: Welt: Impfverweigerern wird das Arbeitslosengeld gesperrt

Bei der auf den ersten Blick freiwilligen Impfung handelt es sich für viele Menschen also um ein Angebot, dass man nur ablehnen kann, wenn man es sich leisten kann.

Wer reich ist, muss sich nicht impfen lassen und kann dennoch in seiner Luxusvilla ein sicheres Einkommen genießen. Diejenigen, die das Geld erarbeiten müssen, werden vorgeschriebene Impfungen nicht umgehen können, ohne in Armut zu landen. Denn während Zinsgewinne für ungeimpfte Reiche zuverlässig weiterfließen, werden für arbeitende Menschen die Einnahmen mit dem Verlust eines Arbeitsplatzes aufgrund einer Impfverweigerung wegfallen. Wer den Reichtum der anderen erarbeitet, muss sich also impfen lassen, wenn er sich sein nächstes Mittagessen noch leisten können will. Im Zweifelsfall auch gegen seinen Willen.
Wer in dieser Gesellschaft also darauf angewiesen ist, sein Einkommen selbst zu erwirtschaften, der ist letztendlich “erpressbar”. Er ist damit im Prinzip ein “Lohnsklave”. Wie Sklaven können lohnabhängige Menschen nicht frei über ihren Körper entscheiden und Ungehorsam kann nach freiem Ermessen der Politiker sanktioniert werden. Natürlich spricht man in diesem Zusammenhang nicht von echter Sklaverei im herkömmlichen Sinne. Die Menschen werden schließlich nicht ausgepeitscht und die Zwangsmaßnahmen verstoßen auch nicht gegen die Gesetze. Aber es ist doch bezeichnend für eine Gesellschaft, wenn es auf der einen Seite Menschen gibt, die ohne eine Leistung erbringen zu müssen automatisch immer mehr Geld erhalten, während andere Menschen sich für das Anrecht auf einen Hungerlohn in Form von Sozialhilfe Impfstoffe in den Körper spritzen lassen müssen, bei denen niemand mit Sicherheit sagen kann, dass sie keinen Schaden anrichten.

Eine Gesellschaft, die sich ohne Diskussion ein bedingungsloses Spitzeneinkommen für Ultrareiche leistet, aber Sozialhilfe nur bezahlt, wenn der Empfänger Demütigung und Körperverletzung über sich ergehen lässt, hat ihren Höhepunkt schon lange überschritten.