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Auch während der Corona-Pandemie werden die Vermögenden noch reicher

Der normale Trend setzt sich auch in Corona-Zeiten fort. Während viele Kleinunternehmer und Angestellte nicht mehr wissen, wie sie noch über die Runden kommen sollen, wachsen die Vermögen der Reichen nicht nur unbeirrt weiter, sondern auch noch schneller als jemals zuvor. Die einen werden trotz Corona reicher, die anderen wegen Corona … und die übrigen Menschen werden dementsprechend ärmer. Es gleicht sich letzten Endes alles aus.

Dem Magazin [manager magazin] zufolge sind die Großvermögen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten trotz der Coronakrise so stark gestiegen wie noch nie seit 2001, als die Rangliste erstmals erstellt worden war. Seit 2020 legten die Buchvermögen der Top 100 insgesamt um 116 Milliarden Euro auf 722 Milliarden Euro zu – in absoluten Zahlen ist das ein neuer Rekord.

Quelle: Spiegel: Die Vermögen der reichsten Deutschen wachsen trotz Corona

Die Vermögen der 100 reichsten Menschen in Deutschland sind von 606 Milliarden Euro um 116 Milliarden Euro, also knapp 20 %, auf 722 Milliarden Euro gestiegen. Die meisten Menschen sind froh, wenn sie keine Negativzinsen auf ihre Ersparnisse bei der Bank zahlen müssen. Von Renditen um 20 Prozent können sie nur träumen … und das auch noch in einer Krise, in welcher die Politik die Wirtschaft durch ewige Lockdowns weltweit gegen die Wand gefahren hat. Während hart arbeitende Menschen ihre Jobs verloren haben und die Mieten nicht mehr bezahlen können, hat jeder der 100 reichsten Menschen in Deuschland im Durchschnitt über eine Milliarde Euro hinzugewonnen. Arbeitende Menschen mit einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro (Einhunderttausend!) müssten dafür 10.000 Jahre (Zehntausend!) lang arbeiten.

Anmerkung: Nach den heutigen Regeln und Gesetzen steht den Ultrareichen ihr Vermögen zu und es soll auch nicht um eine Neiddebatte gehen. Das Problem ist jedoch, dass diese Mechanismen der Zinsgewinne und Vermögensgewinne, die von arbeitenden Menschen erwirtschaftet werden müssen, theoretisch dazu führt, dass irgendwann einer Person das gesamte Vermögen der Welt gehört und sie dennoch Anspruch auf noch mehr hätte. Dies kann auf Dauer nicht funktionieren. Die Menschheit müsste also frühzeitig erkennen, dass dieses System der Vermögensverteilung überdacht werden muss. Andernfalls werden leid und Elend von Milliarden Menschen ständig zunehmen, während ganz wenige viel mehr besitzen, als sie überhaupt benötigen. Diese Situation ist hinsichtlich sozialer Aspekte nicht zu verantworten.
Wer viel leistet, darf auch entsprechend reich sein. Die Vermögenseinkünfte der Ultrareichen basieren jedoch nicht auf deren eigener Leistung, sondern auf der Leistung der vielen für sie arbeitenden Menschen, denen das Geld dann weggenommen wird. Im Straßenverkehr und in nahezu allen anderen Lebensbereichen dürfen wir uns nicht unsozial und rücksichtslos verhalten. Dies verbieten aus gutem Grund Regeln und Gesetze und diese werden mehr oder weniger streng durchgesetzt. Anders wäre ein friedliches Zusammenleben kaum möglich. Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt werden würde. Das ist vernünftig, oder?
Wer sich aber finanziell unsozial verhält und dadurch wirklich großen Schaden anrichtet, wird durch die Gesetze geschützt und als Gewinner gefeiert und von den Verlierern des Systems verehrt. Ist das nicht suspekt?